Noch bevor du anfängst, eine neue Wohnung zu suchen, solltest du dir Folgendes überlegen: Was muss deine neue Wohnung unbedingt haben, was wäre besonders schön, was willst du überhaupt nicht? Mach dir Gedanken zur Lage: Hinaus aus der Stadt oder doch lieber näher ans Zentrum? Wenn du Kinder hast, ist es wahrscheinlich wichtig, dass ein Park oder Spielplatz in der Nähe und eine Schule leicht erreichbar ist. Hast du ein Haustier, solltest du außerdem früh prüfen, ob Tierhaltung in der Wohnung erlaubt oder realistisch ist. Tipps dazu findest du in unserem Ratgeber „Wohnung mit Hund finden“. Je nachdem, wie du zur Arbeit fährst – mit dem Auto, dem Rad, oder mit dem ÖPNV –, brauchst du entsprechende Anbindungen oder einen Parkplatz in Wohnungsnähe.
Denk auch an die Zukunft. Wenn du jetzt Single bist, möchtest du vielleicht trotzdem genug Platz für zwei haben. Oder vielleicht müssen in ein paar Jahren deine Eltern bei dir einziehen und du brauchst eine barrierefreie Wohnung? Deine Vorauswahl sollte sich also nicht nur an deiner aktuellen Situation orientieren, sondern auch an Veränderungen, die in den nächsten Jahren realistisch sein könnten. So schränkst du die Wohnungssuche sinnvoll ein, ohne später noch einmal ganz von vorne anfangen zu müssen.
Bevor du mit der Suche startest, solltest du drei Dinge klären: dein Budget, deine wichtigsten Kriterien und deine Unterlagen. Gerade in angespannten Wohnungsmärkten oder in besonders beliebten Stadtteilen großer Städte zählt oft nicht nur, ob eine Wohnung zu dir passt, sondern auch, wie schnell du reagieren kannst. Wenn du in einer bestimmten Stadt suchst, können dir unsere Übersichten zu beliebten Stadtteilen zusätzlich bei der Orientierung helfen. Zum Beispiel für Berlin, Dresden, oder Düsseldorf.
Budget realistisch festlegen
Das erste Kriterium bei der Wohnungssuche ist, dass die Wohnung für dich auch langfristig bezahlbar bleibt.
Lege am besten schon vor der Suche fest, welche monatlichen Wohnkosten für dich realistisch sind. Berücksichtige dabei nicht nur die Kaltmiete, sondern auch Nebenkosten, Kaution und laufende Ausgaben. Wenn du unsicher bist, hilft dir unser Ratgeber „Wie viel Miete kann ich mir leisten?“ weiter.
Als Faustregel gilt oft, dass deine Miete nicht mehr als 30 % deines monatlichen Nettoeinkommens ausmachen sollte. In vielen Städten ist das heute aber eher unrealistisch. Umso wichtiger ist es, dass du für dich eine persönliche Obergrenze festlegst, mit der die Wohnung im Alltag bezahlbar bleibt. Zur Einordnung: Laut Destatis lebten 2024 in Deutschland 12,0 % der Bevölkerung in Haushalten, die mehr als 40 % ihres verfügbaren Einkommens für Wohnkosten aufwenden mussten.
Wenn du deine Mietobergrenze kennst, kannst du gleich auch den Betrag für die Kaution zur Seite legen. Dein neuer Vermieter darf in der Regel maximal 3 Nettokaltmieten als Kaution verlangen. Damit können zum Beispiel ausstehende Zahlungen oder Schäden an der Wohnung abgesichert werden. Diesen Betrag musst du vor Beginn des neuen Mietverhältnisses bereit halten können.
Muss-Kriterien und Kann-Kriterien trennen
Wenn du schnell eine Wohnung finden willst, hilft es, nicht zu eng zu suchen. Schreibe dir auf, was wirklich unverzichtbar ist, zum Beispiel Budget, Mindestgröße oder Lage. Dinge wie Balkon, Badewanne oder Keller sind oft eher ein Plus als ein Muss. Auch wenn es anfangs oft verlockend erscheint, sich die absolute Traumwohnung auszumalen: Je flexibler du bei einzelnen Kriterien bist, desto mehr passende Angebote kommen für dich infrage und desto realistischer ist dein Erfolg bei der Suche.
Unterlagen digital bereithalten
Folgende Dokumente solltest du für eine etwaige Besichtigung parat haben:
- Gehaltsbestätigung / Einkommensnachweis
- Bonitätsauskunft (ggf. zusätzlich SCHUFA-Auskunft durch den Mietinteressenten)
- Mieterselbstauskunft
- Mietschuldenfreiheit
- Kopie des Personalausweises
Halte wichtige Unterlagen am besten schon vor der ersten Anfrage als PDF bereit. So kannst du nach einer Besichtigung oder auf Nachfrage direkt reagieren.
Wichtig: Welche Unterlagen Vermietende verlangen, kann unterschiedlich sein. Händige sensible Dokumente nur dann aus, wenn sie wirklich relevant sind und konkret angefragt werden.
Wenn du dir unsicher bist, welche Dokumente in deine Wohnungsbewerbung gehören, lies hier weiter: „Bewerbungsmappe für Wohnungen“.
Alles griffbereit speichern
Speichere deine Unterlagen nicht nur auf dem Laptop, sondern auch auf dem Smartphone oder in einer Cloud. Benenne die Dateien klar, damit du sie schnell wiederfindest. Das spart Zeit, wenn du spontan Unterlagen senden oder vor Ort vorzeigen sollst.